Kardinalzeichen: Nord, Süd, Ost, West sicher erkennen
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Kardinalzeichen: Nord, Süd, Ost, West sicher erkennen

20. Mai 2026· 6 Min. Lesezeit

Kardinalzeichen sind gelb-schwarze Tonnen oder Baken auf dem Wasser, die dir sagen, auf welcher Seite einer Gefahr du sicher vorbeikommst. Sie heißen so nach den vier Himmelsrichtungen (lateinisch *cardines* = Himmelsrichtungen): Nord, Süd, Ost und West. Ein Nord-Zeichen bedeutet zum Beispiel: „Fahr nördlich an mir vorbei, dort ist das Wasser sicher."

Im Gegensatz zur normalen Betonnung, die die Ränder einer Fahrrinne markiert, warnen Kardinalzeichen vor einer einzelnen Gefahrenstelle – einem Felsen, einer Untiefe, einem Wrack. Sie zeigen mit ihrer Himmelsrichtung in die Richtung, in der das tiefe, befahrbare Wasser liegt. Wenn du verstehst, wie du Farben und Toppzeichen liest, kannst du jedes Kardinalzeichen in Sekunden richtig deuten – auch in der Prüfung.

Was Kardinalzeichen von anderen Tonnen unterscheidet

Auf dem Wasser gibt es grob zwei Familien von Tonnen. Die eine markiert Fahrwasserseiten und gehört zum Lateralsystem der Betonnung – rote und grüne Tonnen links und rechts der Fahrrinne. Die andere warnt vor Gefahren, und hier kommen die Kardinalzeichen ins Spiel.

Du erkennst ein Kardinalzeichen sofort an drei Dingen:

  • Farbe: immer eine Kombination aus Gelb und Schwarz
  • Toppzeichen: zwei schwarze Kegel übereinander (der Doppelkegel)
  • Anordnung: wie die Kegel zeigen, sagt dir die Himmelsrichtung

Das Gelb-Schwarz ist dein erstes Signal: „Achtung, hier ist eine Gefahr in der Nähe – und ich sage dir, wo du sicher vorbeikommst."

Das Doppelkegel-Toppzeichen lesen

Das Wichtigste sitzt ganz oben auf der Tonne: zwei schwarze Kegel. Wie diese Kegel ausgerichtet sind, verrät dir die Himmelsrichtung. Stell dir die Spitzen der Kegel wie Pfeile vor.

  • Nord: beide Kegelspitzen zeigen nach oben ↑↑ (wie ein Pfeil nach Norden)
  • Süd: beide Kegelspitzen zeigen nach unten ↓↓ (Pfeil nach Süden)
  • Ost: die Kegel stehen Basis an Basis – sie bilden eine Raute/ein Ei ◇ (Spitzen außen)
  • West: die Kegel stehen Spitze an Spitze – sie bilden eine Sanduhr/einen Sektglas-Umriss ⧓
Merksatz für Ost und West: West sieht aus wie ein Weingglas oder eine Sanduhr (Spitzen treffen sich in der Mitte). Ost erinnert an ein Ei (die Kegel bauchen nach außen). „West = Wespentaille."

Die Farben Gelb und Schwarz richtig deuten

Wenn du nachts oder aus der Ferne keine Kegel erkennst, hilft dir die Anordnung der schwarzen und gelben Bänder. Hier ist eine simple Eselsbrücke: Schau, wo das Schwarz sitzt, und denk an die Kegelspitzen.

  • Nord: schwarz oben, gelb unten (Spitzen zeigen nach oben → Schwarz oben)
  • Süd: gelb oben, schwarz unten (Spitzen zeigen nach unten → Schwarz unten)
  • Ost: schwarz – gelb – schwarz (schwarze Bänder oben und unten, gelb in der Mitte – wie ein Ei mit dunklen Enden)
  • West: gelb – schwarz – gelb (schwarzes Band in der Mitte – wie die Taille des Weinglases)
Eselsbrücke: Das Schwarz folgt den Kegelspitzen. Zeigen die Spitzen nach oben (Nord), ist Schwarz oben. Zeigen sie nach unten (Süd), ist Schwarz unten. Bei Ost (Spitzen außen) ist Schwarz außen, bei West (Spitzen mittig) ist Schwarz mittig.

Wo die sichere Seite liegt

Das ist der eigentliche Sinn der ganzen Übung: Die Himmelsrichtung des Zeichens zeigt, wo du sicher fährst. Die Tonne liegt nördlich, südlich, östlich oder westlich der Gefahr, und genau auf dieser Seite ist das gute Wasser.

So gehst du vor:

  1. Toppzeichen ablesen → welche Himmelsrichtung?
  2. Auf dieser Seite vorbeifahren. Eine Nordtonne passierst du nördlich, eine Westtonne westlich.
  3. Stell dir die Tonne als Mittelpunkt eines Kompasses vor – die Gefahr liegt im Zentrum, du fährst außen herum auf der angegebenen Seite.

Beispiel: Du siehst eine Osttonne (Doppelkegel = Ei, schwarz-gelb-schwarz). Sie sagt dir: „Halte dich östlich von mir." Du fährst also auf der Ostseite vorbei, dann liegt die Untiefe sicher hinter dir.

Nachts: das Lichtkennungs-Prinzip

Auch nachts behalten Kardinalzeichen ihre Logik. Sie führen ein weißes Funkellicht, und die Zahl der Blitze folgt dem Zifferblatt einer Uhr:

  • Nord: durchgehendes, schnelles Funkeln (oben am Zifferblatt, „12 Uhr")
  • Ost: 3 Blitze (3 Uhr)
  • Süd: 6 Blitze, gefolgt von einem langen Blitz (6 Uhr)
  • West: 9 Blitze (9 Uhr)
Merke: Denk ans Ziffernblatt – Ost = 3, Süd = 6, West = 9. Der lange Blitz bei Süd ist nur dazu da, damit man 6 nicht mit 9 verwechselt. Wie du Lichter generell unterscheidest, vertieft der Beitrag zur Lichterführung.

Warum das in der Prüfung wichtig ist

Kardinalzeichen tauchen zuverlässig im Fragenkatalog auf – vor allem beim SBF See, wo Küstennavigation eine Rolle spielt, aber auch beim SBF Binnen im Bereich der Schifffahrtszeichen. Geprüft wird typischerweise: Welche Bedeutung hat dieses Toppzeichen? Auf welcher Seite fährst du vorbei? Welche Lichtkennung gehört zu welcher Richtung?

Der Trick ist, die vier Zeichen nicht stur auswendig zu lernen, sondern das System zu verstehen: Kegel → Himmelsrichtung → sichere Seite. Wer das Prinzip kapiert hat, kann auch eine Tonne deuten, die er noch nie gesehen hat. Das Gleiche gilt für die anderen großen Themenblöcke wie die Ausweichregeln auf dem Wasser – einmal das System verstanden, ersparst du dir hunderte Einzelfälle.

Kurz zusammengefasst

  • Kardinalzeichen sind gelb-schwarz und tragen einen Doppelkegel als Toppzeichen.
  • Die Kegelausrichtung zeigt die Himmelsrichtung: Nord ↑↑, Süd ↓↓, Ost ◇, West ⧓.
  • Das Schwarz folgt den Kegelspitzen – so liest du die Farben.
  • Die Himmelsrichtung sagt dir, auf welcher Seite du sicher vorbeikommst.
  • Nachts gilt die Uhr-Logik: Ost = 3, Süd = 6, West = 9 Blitze.

Mit SBF Master übst du Kardinalzeichen und alle anderen Schifffahrtszeichen genau so, wie dein Kopf sie sich merkt: mit Bildern, Eselsbrücken und Wiederholung im richtigen Moment, statt mit trockenem Auswendiglernen. Du kannst kostenlos starten und die Tonnen so lange durchklicken, bis du sie im Schlaf erkennst.

💡 Tipp: Übe das direkt im interaktiven Seezeichen-Tool — mit echten Beispielen und Eselsbrücken.

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