Seemeile und Knoten: Die Einheiten der Seefahrt
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Seemeile und Knoten: Die Einheiten der Seefahrt

02. Juni 2026· 6 Min. Lesezeit

Auf dem Wasser zählt man Entfernungen nicht in Kilometern und Geschwindigkeiten nicht in km/h. Stattdessen begegnen dir überall die Seemeile und der Knoten – die beiden wichtigsten Einheiten der Seefahrt. Wer Seemeile und Knoten versteht, kann Karten lesen, Fahrtzeiten abschätzen und in der Theorieprüfung souverän rechnen.

Die gute Nachricht: Beide Begriffe sind viel einfacher, als sie klingen. Eine Seemeile ist eine feste Strecke, ein Knoten eine Geschwindigkeit. In diesem Glossar-Beitrag bekommst du die Definitionen, die Umrechnung und die Herkunft – erklärt so, dass es auch ohne Vorwissen sofort Klick macht.

Was ist eine Seemeile?

Eine Seemeile (Abkürzung: sm, international NM für *nautical mile*) ist eine Längeneinheit für Entfernungen auf See.

Merke: 1 Seemeile = 1852 Meter = 1,852 Kilometer.

Diese Zahl solltest du auswendig können – sie kommt in fast jeder Rechenaufgabe vor. Eine Seemeile ist also etwas länger als die normale Straßenmeile und deutlich länger als ein Kilometer.

Warum ausgerechnet 1852 Meter? Das hat einen schönen Grund: Eine Seemeile entspricht genau einer Bogenminute auf einem Längengrad, also einem sechzigstel Grad. Die Erde ist in 360 Grad eingeteilt, jeder Grad in 60 Minuten. Eine dieser Minuten – gemessen entlang eines Meridians – ist eine Seemeile lang.

Das klingt erstmal abstrakt, ist aber praktisch genial: Auf einer Seekarte kannst du Entfernungen direkt am seitlichen Kartenrand abgreifen, wo die Breitengrade in Minuten eingeteilt sind. Jede Minute = eine Seemeile. Du brauchst kein Lineal und keine Umrechnung – die Karte selbst ist dein Maßstab. Genau dieses Prinzip nutzt du, wenn du dich mit Kompass und Peilung durch ein Revier navigierst.

Was ist ein Knoten?

Ein Knoten (Abkürzung: kn oder kt) ist die Einheit für die Geschwindigkeit auf dem Wasser.

Merke: 1 Knoten = 1 Seemeile pro Stunde (sm/h).

Ein Boot, das mit 5 Knoten fährt, legt also in einer Stunde 5 Seemeilen zurück – das sind 9,26 Kilometer. Wichtig: Es heißt „5 Knoten", niemals „5 Knoten pro Stunde". Der Knoten enthält die Stunde schon in sich. „Knoten pro Stunde" wäre eine Beschleunigung – und ein klassischer Fehler, der dich in der Prüfung verraten würde.

So bekommst du ein Gefühl für die Größenordnung:

  • 2–4 Knoten: gemütliches Segeln bei wenig Wind oder Manövertempo im Hafen
  • 5–8 Knoten: typische Reisegeschwindigkeit vieler Segel- und Motorboote
  • 15–25 Knoten: flottes Motorboot
  • über 30 Knoten: schnelles Sportboot

Woher kommen die Namen?

Der Knoten verdankt seinen Namen einer alten, sehr praktischen Erfindung. Früher maßen Seeleute die Geschwindigkeit mit dem Logscheit: ein Holzbrett an einer langen Leine, die in regelmäßigen Abständen Knoten geknüpft hatte. Das Brett wurde über Bord geworfen, blieb im Wasser stehen, und die Leine lief vom Schiff ab.

Dann zählte ein Seemann eine feste Zeit lang (gemessen mit einer kleinen Sanduhr), wie viele Knoten durch seine Hand glitten. Mehr durchgelaufene Knoten = höhere Geschwindigkeit. Aus der Zählung „so und so viele Knoten" wurde die Einheit. Die Abstände der Knoten waren dabei genau so gewählt, dass die Zahl der Geschwindigkeit in Seemeilen pro Stunde entsprach.

Die Seemeile stammt, wie oben beschrieben, direkt aus der Geometrie der Erdkugel – sie ist an die Gradeinteilung gekoppelt und damit über die ganze Welt einheitlich.

Umrechnen: Seemeile, Knoten und das metrische System

Hier sind die Faustregeln, die du brauchst:

  1. Seemeile in Kilometer: mal 1,852 → 10 sm = 18,52 km
  2. Kilometer in Seemeile: geteilt durch 1,852 → 20 km ≈ 10,8 sm
  3. Knoten in km/h: mal 1,852 → 6 kn = 11,1 km/h
  4. km/h in Knoten: geteilt durch 1,852 → 20 km/h ≈ 10,8 kn

Für den Kopf reicht oft die grobe Näherung „mal zwei minus ein bisschen": 6 Knoten sind ungefähr 11 km/h, 10 Knoten rund 18 km/h.

Eine besonders nützliche Rechnung ist die Fahrtzeit. Die Formel lautet schlicht: *Zeit = Strecke ÷ Geschwindigkeit*. Beispiel: 12 Seemeilen bei 4 Knoten ergeben 12 ÷ 4 = 3 Stunden. Solche Aufgaben tauchen im Fragenkatalog der Theorieprüfung regelmäßig auf, und sie sind mit dieser einen Formel jederzeit lösbar.

Wo dir Seemeile und Knoten begegnen

In der Praxis sind die beiden Einheiten allgegenwärtig:

  • Auf der Seekarte: Entfernungen werden in Seemeilen geplant und am Breitengrad-Rand abgegriffen.
  • Beim Wetterbericht: Windgeschwindigkeiten werden oft in Knoten angegeben.
  • Bei der Törnplanung: Aus geplanter Strecke und erwarteter Geschwindigkeit ergibt sich die Ankunftszeit.
  • In der Prüfung: Vor allem beim SBF See sind Navigationsaufgaben mit Seemeilen und Knoten fester Bestandteil.

Auf Binnengewässern spielt die Seemeile eine kleinere Rolle – hier wird häufiger in Kilometern gemessen, und Flusskilometer stehen direkt am Ufer. Trotzdem gehören die Einheiten zum Grundwissen, egal ob du den SBF Binnen oder den Seeschein anstrebst. Wenn du noch unsicher bist, welcher Schein für dich passt, hilft dir der Vergleich SBF Binnen oder SBF See weiter. Wie der gesamte Weg zum Schein abläuft, zeigt dir der Überblick Bootsführerschein machen in 7 Schritten.

Kurz zusammengefasst

  • Die Seemeile ist eine Strecke: 1 sm = 1852 m, abgeleitet von einer Bogenminute auf der Erdkugel.
  • Der Knoten ist eine Geschwindigkeit: 1 kn = 1 Seemeile pro Stunde.
  • Zum Umrechnen ins metrische System multiplizierst oder teilst du durch 1,852.
  • Mit *Zeit = Strecke ÷ Geschwindigkeit* berechnest du jede Fahrtzeit.

Mit SBF Master übst du genau diese Navigationsaufgaben Schritt für Schritt – die App rechnet mit dir mit und erklärt jede Lösung in Klartext, bis Seemeile und Knoten für dich selbstverständlich sind. Du kannst kostenlos starten und so lange üben, bis die Umrechnung im Schlaf sitzt.

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