Hecklicht: Das weiße Licht am Heck
Seemannschaft & Regeln

Hecklicht: Das weiße Licht am Heck

17. Mai 2026· 6 Min. Lesezeit

Das Hecklicht ist ein weißes Licht am Heck eines Boots, das genau nach hinten leuchtet. Es zeigt anderen Schiffen: Du schaust gerade auf das Heck – also auf die Rückseite – eines Fahrzeugs, das sich von dir wegbewegt oder vor dir herfährt. Wer nachts oder bei schlechter Sicht nur ein einzelnes weißes Licht sieht und sonst keine Farben, blickt einem anderen Boot wahrscheinlich von hinten hinterher.

Damit ist das Hecklicht eines der drei wichtigsten Positionslichter, die du für die Theorieprüfung kennen musst – neben dem Topplicht und den Seitenlichtern. Wenn du verstehst, *wie weit* das Hecklicht leuchtet und *warum* es nur nach hinten strahlt, kannst du in der Prüfung jede Frage zur nächtlichen Begegnung sauber lösen. Genau das schauen wir uns hier Schritt für Schritt an.

Definition: Was ist das Hecklicht?

Das Hecklicht ist ein weißes Licht, das am hinteren Ende des Boots angebracht ist und nach achtern – also nach hinten – leuchtet. Seine Aufgabe ist einfach: Es markiert das Heck eines Fahrzeugs, damit ein nachfolgendes oder überholendes Boot das vordere Schiff rechtzeitig erkennt.

Die wichtigsten Eckdaten:

  • Farbe: weiß
  • Position: am Heck (hinten), so weit achtern wie möglich
  • Sichtwinkel: 135° (ein „Heckdrittel“ des Horizonts)
  • Funktion: zeigt an, dass du von hinten auf ein Boot blickst

Das Hecklicht gehört zur sogenannten Lichterführung – dem System aus farbigen und weißen Lichtern, mit dem Boote nachts ihre Position, Fahrtrichtung und ihren Status kommunizieren. Wie alle diese Lichter ist es Teil der internationalen Kollisionsverhütungsregeln (KVR), die regeln, wer auf dem Wasser wem ausweichen muss.

Der Sichtwinkel: Warum genau 135°?

Stell dir vor, du stehst hinter deinem Boot und schaust nach vorne. Der Horizont rundherum sind volle 360°. Diese 360° werden bei der Lichterführung clever aufgeteilt – und das Hecklicht bekommt davon 135°, die exakt nach hinten zeigen.

Merksatz: Hecklicht = 135° nach achtern. Topplicht und die beiden Seitenlichter teilen sich die restlichen 225° nach vorne.

Warum diese Zahl? Die 135° des Hecklichts plus die 225° des Topplichts ergeben zusammen genau 360° – einen kompletten Kreis. Das ist kein Zufall, sondern das Konstruktionsprinzip der Lichterführung:

  1. Schaust du von vorne oder schräg vorne auf ein Boot, siehst du das weiße Topplicht und mindestens eines der Seitenlichter (grün an Steuerbord, rot an Backbord).
  2. Schaust du genau von hinten auf das Boot, siehst du nur das weiße Hecklicht – keine Farben.
  3. Der Übergang von „Seitenlicht sichtbar“ zu „Hecklicht sichtbar“ liegt exakt bei 22,5° hinter der Querschiffslinie. Genau dort beginnt der 135°-Bereich des Hecklichts.

Diese saubere Aufteilung sorgt dafür, dass du aus jeder Richtung eindeutig erkennst, wie ein anderes Boot zu dir steht. Wenn dir das Thema mit links/rechts noch Schwierigkeiten macht, hilft dir der Artikel zu Steuerbord und Backbord mit den passenden Eselsbrücken.

Funktion beim Überholen

Die wichtigste Praxis-Situation für das Hecklicht ist das Überholen. Hier zeigt sich, warum es so wertvoll ist.

Stell dir vor, du fährst nachts und siehst vor dir nur ein einzelnes weißes Licht – keine grünen oder roten Seitenlichter. Das bedeutet: Du blickst auf das Heck eines anderen Boots und befindest dich in dessen 135°-Heckbereich. Daraus folgt eine klare Regel:

Wer ein anderes Fahrzeug nur am Hecklicht erkennt (also von hinten aufschließt), ist der Überholende – und muss ausweichen.

Das ist eine der eindeutigsten Regeln der Ausweichregeln auf dem Wasser: Der Überholer hat immer auszuweichen, egal ob das vordere Boot ein Maschinenfahrzeug oder ein Segelfahrzeug ist. Das Hecklicht ist hier dein Frühwarnsystem – es sagt dir, dass du dich von hinten näherst und damit der Ausweichpflichtige bist.

Abgrenzung: Hecklicht oder Topplicht?

Beide Lichter sind weiß – und genau das verwirrt viele Prüflinge. Der Unterschied liegt im Sichtwinkel und in der Position:

| Merkmal | Hecklicht | Topplicht |

|---|---|---|

| Farbe | weiß | weiß |

| Sichtwinkel | 135° (nach hinten) | 225° (nach vorne) |

| Position | am Heck, niedrig | am Mast, hoch und mittig |

| Sichtbar von | hinten | vorne und seitlich |

Die einfachste Eselsbrücke:

Hecklicht = Heck = hinten = 135°. Topplicht = Top (oben am Mast) = vorne = 225°.

Ein weiterer Unterschied: Das Topplicht sitzt hoch oben, das Hecklicht eher tief am Heck. Verwechsle das Hecklicht außerdem nicht mit dem Ankerlicht – das ist ebenfalls weiß, leuchtet aber rundum (360°) und zeigt an, dass ein Boot stillliegt und ankert. Mehr zu allen Lichtkombinationen und wie du sie nachts auseinanderhältst, findest du im großen Überblick zur Lichterführung.

Zusammenfassung fürs Lernen

Merke dir für die Prüfung diese drei Punkte:

  • Das Hecklicht ist weiß und leuchtet mit 135° genau nach hinten.
  • Siehst du nur ein weißes Licht ohne Farben, blickst du auf ein Heck – und bist beim Aufschließen der Überholende, der ausweichen muss.
  • Hecklicht (135°, hinten) und Topplicht (225°, vorne) ergänzen sich zu 360° – die saubere Trennlinie liegt 22,5° hinter querab.

Die Lichterführung ist eines der Themen, bei denen reines Auswendiglernen schnell wieder verfliegt – die Winkel und Farben sitzen erst, wenn du sie immer wieder in echten Begegnungssituationen abfragst. Mit SBF Master übst du genau das: Du siehst die Lichterbilder, ordnest Winkel und Farben zu und bekommst zu jeder Frage eine Erklärung in Klartext statt Paragraphen-Deutsch. So wird aus „weißes Licht hinten“ ganz von selbst eine sichere Antwort – im Quiz und später auf dem Wasser.

💡 Tipp: Übe das direkt im interaktiven Lichterführungs-Quiz — mit echten Beispielen und Eselsbrücken.

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